Xingyiquan (auch Xing Yi Chuan, Hsing-I Chuan)

Das Xingyiquan gehört ebenso wie das Tai Chi und das Bagua Zhang zu den inneren Kampfkünsten, zeichnet sich jedoch durch geradlinige, schnelle und kraftvolle Bewegungen aus. Dabei betont das Xing Yi die Offensive und verzichtet auf Abwehrtechniken oder Zurückweichen.

"Xing" bedeutet Form oder Bewegung, "Yi" heißt Geist, Wille oder Aufmerksamkeit, "Quan" ist der Faustkampf. Xingyiquan lässt sich also als "(äußere) Form-(innerer) Wille-Kampf" oder "Form- und Geistboxen" übersetzten. Dies bedeutet, dass jede Bewegung im Geist entsteht bzw. der äußeren Form eine innere Idee zugrunde liegt, der man aufmerksam nachspüren muss.

Die fünf Grundtechniken des Xingyi leiten sich von der daoistischen Lehre der fünf Elemente ab:

  • Pi Quan: spaltende Faust (Metall)
  • Zhuan Quan: bohrende Faust (Wasser)
  • Beng Quan: schmetternde Faust (Holz)
  • Pao Quan: hämmernde Faust: (Feuer)
  • Heng Quan: überkreuzende Faust (Erde)

Ausgangsstellung ist die "dreifache Stellung" (Santishi), bei der die Körperabschnitte den drei Mächten im Universum entsprechen: Der Kopf repräsentiert den Himmel ("Tian"), die Hände die Erde ("Di") und die Füße den Menschen ("Ren").